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27.02.2017

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Zum heutigen Rosenmontag ist regionalhistorisch folgendes anzumerken: Während die benachbarte Domstadt auf ihren Kölner Karneval besonders stolz ist, da er inzwischen zu den weltweit größten und bekanntesten Karnevalsfesten zählt, scheint es in der Voreifel kaum bekannt zu sein, dass es in der damals kleinen Kreisstadt Euskirchen schon seit 1828 (!!) einen „Rosenmontagszug“ gab, der als „Maskenzug“ von der Begeisterung her keineswegs dem seit 1823 bestehenden Kölner Vorbild nachstand. Die Regionalhistorie beweist, dass Euskirchen im 19. Jahrhundert durchaus zu den ersten und bedeutenden Zentren des rheinischen Karnevals gehörte (...).

Auf meiner regionalhistorischen Homepage habe ich mich schon mehrfach mit der Geschichte des Euskirchener Karnevals befasst:

 

Seit 1840 Karneval in Euskirchen

Weiberfastnacht in der Voreifel „1. Glanzsitzung mit Damen“ der „Carnevals-Aktien-Gesellschaft § 11“ im Jahre 1908

Bereits 1893 gab es im Eifelstädtchen Euskirchen „keinen Platz für Judenhass“ – Regionalhistorische Anmerkung zum gegenwärtigen Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus

Judenfeindliches im Karneval des Dritten Reiches

 

Heute geht es um den Ursprung des „modernen“ Karnevals – also um die ersten organisierten Aktivitäten in der nach-napoleonischen Zeit:

 (...) Der erste Rosenmontagszug im heutigen Fastnachtszentrum Mainz - „Määnzer Fassenacht“ oder „Meenzer Fassenacht“ - fand erst 1838 statt und wurde übrigens noch als „Maskenzug“ bezeichnet. Man sollte nicht vergessen, dass dies zehn Jahre nach dem ersten Maskenzug in Euskirchen war.

 

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Fotos aus dem „Euskirchener Intelligenzblatt“ v. 14. 02. 1874 und der „Euskirchener Zeitung“ vom 27. 02. 1892)


Unter der Überschrift Oeskerchens Fastelovend immer älterfasste Karl Otermann – ehemaliger Kreisarchivar und Kulturreferent des Kreises Euskirchen sowie Vorsitzender des Vereins der Geschichts- und Heimatfreunde des Kreises Euskirchen – im Heimatkalender 1959 die Anfänge des Euskirchener Karnevals zusammen und publizierte den Beweis, wonach die Euskirchener schon 1842 Weiberfastnacht gefeiert hatten (S.114/115). Dabei bezog er sich auf einen früheren Hinweis des kurz vorher verstorbenen Heimatforschers Peter Simons (1877-1956). Otermann selber fand dann später, bei der Neuordnung des Amtsarchivs Kuchenheim, für das Jahr 1828 eine „allerhöchste Kabinettsordre der königlich-preußischen Majestät“ (1828) - natürlich nicht einer närrischen Tollität -, die von historischer Bedeutung ist:

„Des Königs Majestät haben, wie Sie aus meiner Mitteilung vom 4. Mai 1828, in einer allerhöchsten Kabinettsordre vom 20. März eiusdem zu erklären geruhet, dass in den Rheinprovinzen Karnevals-Maskeraden nur in denjenigen größeren Städten erlaubt sein soll, wo sie herkömmlich von Alters her Statt gefunden haben. In kleineren Städten sind demnach dergleichen Maskeraden gänzlich verboten."

Ein bedeutsamer Fund ist dem Kreisoberinspektor Peter Linden zu verdanken, der im Jahre 1957 zufällig in einer beim Staatsarchiv Düsseldorf aufbewahrten Euskirchener Akte Wesentliches zum Euskirchener Karneval fand. Seitdem besteht eine amtliche Aussage zum Ursprung des ersten Euskirchener Maskenzuges, der auf das Jahr 1828 zurückgeht (...).

Man weiß inzwischen, dass Bürgermeister Peter Joseph Ruhr (1850-1871) den Behörden gegenüber bestätigte, dass „in der Kreisstadt Euskirchen altherkömmlich und namentlich vor dem Ober-Präsidial-Erlasse vom 21. April 1828" tatsächlich schon ein Maskenzug stattgefunden habe (...).

(...) Der damalige Archivar Karl Otermann resümiert: „Da bisher weitere dokumentarische Beweise fehlen, dürfen wir also getrost und auch glücklich in Bürgermeister Ruhr den Gewährsmann für einen Euskirchener Maskenzug vor 1828 haben. Die nahe Lage zu Köln hat - und das überrascht gar nicht - also recht schnell die Neuheiten im Kölner Karneval auch nach Euskirchen ausgestrahlt“.

Der vollständige Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

23.02.2017

Private genealogische Fundstücke – Totenzettel und Zeitungsartikel

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Heimatgeschichte, verbunden mit Genealogie und mit persönlichem Bezug zur Gegenwart, ist keine abstrakte „Geschichte". Dies versuchte ich - unter persönlichen Aspekten - in einem Beitrag für die neueste Ausgabe der Zeitschrift des Geschichtsvereins Prümer Land „Der Prümer Landbote“ (Die Westeifel in Geschichte und Gegenwart) zu erklären. Vgl.: Private genealogische Fundstücke – Totenzettel und Zeitungsartikel, in: Heft Nr.132, Ausgabe 1/2017, S. 54 – 56. Schon früher konnte ich für den inzwischen größten Geschichtsverein in Rheinland-Pfalz etwas beitragen.

Durch die Verbindung von Personen, Ereignissen, Daten, Häusern und den Lebensumstän­den der Vergangenheit mit ihren sozialen Konflikten und Kämpfen - oft auch unter Einbe­ziehung von Herkunftssagen - entsteht ein umfassendes Bild. Daher sind private genealogische Fundstücke von ganz besonderer Bedeutung. Genealogen und Ahnenforscher befassen sich mit der Heimatge­schichte und den Personen bestimmter Gebiete. Meist steht aber am Anfang das Interesse an der Geschichte der eigenen Familienangehörigen und dem diesbezüglich historischen „Erbe". Bei ihrer Tätigkeit erfassen sie dann oft ein lebendiges Geschichtsbild, das im Laufe der Zeit zur regionalhistorischen Forschung und Sammlung anregt.

So ging es auch mir, als ich mich in den 1960er Jahren mit meinem Familiennamen Arntz (Aretz, Arretz, Arends) befasste und das Archiv des katholischen Pfarramtes in Würselen auf­suchte. Damals fand ich heraus, dass die Ehefrau eines meiner direkten Vorfahren (ca. 1700) nicht nur denselben Mädchennamen wie meine damalige Verlobte hatte, sondern ihm auch zehn Kinder geschenkt hatte. (Das hielt uns jedoch nicht von der Eheschließung 1969 ab.)

 

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Bei der derzeitigen Durchsicht meines Archivs fand ich unzählige Totenzettel aus früherer Zeit, vereinzelt interessante Zeitungsartikel und vergilbte Fotoalben. „Totenzettel" sind einfa­che oder gefaltete Zettel mit den wichtigsten Lebensdaten eines Verstorbenen, die meist im Rahmen der Totenmesse an die Trauergäste verteilt werden. Der Brauch war früher im gesam­ten katholischen Europa verbreitet und wird noch regional, so auch in der Eifel, weiterhin praktiziert.

18.02.2017

Flüchtlingsboot in Euskirchen weist auf Schicksal von Vertriebenen hin

Das Schicksal unzähliger Flüchtlinge habe ich in meinem umfangreichen Buch „Judenverfolgung und Fluchthilfe im deutsch-belgischen Grenzgebiet“ (1990) dokumentiert. Sie wurden wegen ihres jüdischen Glaubens verfolgt und wollten den rassistischen Nazis entkommen. Sie versuchten dies meist durch die Wälder unserer Grenzregion – über die „Grüne Grenze“. Die gequälten Gesichter der jüdischen Kinder glichen damals sicher denen der Kinder, die sich im untergehenden Deutschen Reich vor den Bombenabwürfen fürchten mussten. Daran erinnert ein diesbezügliches Plakat in der Ausstellung der Euskirchener Herz-Jesu-Kirche.

Ein nur sieben Meter langes und 800 Kilogramm schweres Flüchtlingsboot wurde im vergangenen Frühjahr vom Erzbistum Köln in Kooperation mit der Hilfsorganisation MOAS (Migrant Offshore Aid Station) von Malta nach Köln gebracht, um an die zahllosen Flüchtlinge zu erinnern, die zurzeit unter Lebensgefahr ihren Weg über das Mittelmeer suchen. Der Transport des Bootes zur Euskirchener Herz-Jesu-Kirche wird von der Stadtpfarrei St. Martin in vielen Fotos gezeigt.

Es diente Kardinal Woelki bei der Heiligen Messe zu Fronleichnam auf dem Roncalliplatz als Altar und ist seither Symbol und Mahnmal der Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln. Unter der Überschrift „Alle in einem Boot“ ist das Flüchtlingsboot nun auf seiner Reise durch die Diözese in der Euskirchener Herz-Jesu-Kirche gelandet. In dem winzigen Boot saßen vor 2 Jahren etwa 80 Flüchtlinge, die von der maltesischen Armee aus den Händen gewissenloser Schleuser gerettet wurden.

 


Das Erzbistum Köln möchte mit dieser Aktion auf das Schicksal unzähliger Flüchtlinge hinweisen und teilt hierzu mit:

In der Woche bis zum 19. Februar sind weitere Aktionen im Rahmen der Themen „Flucht und Fluchtursachen“ rund um das Flüchtlingsboot in der Kirche Herz Jesu geplant. So findet beispielsweise am Montag ein Filmabend unter dem Titel „Im Schatten Europas – Eine Suche an den Grenzen“ von Elias Bierdel statt mit anschließender Möglichkeit zum Austausch. Donnerstags eröffnet um 20 Uhr die Fotoausstellung „Flucht hat Gesichter“ von Markus Henger.

15.02.2017

(...) Laut Versailler Vertrag fielen die deutschen Gebiete Eupen, St. Vith und Malmedy und ein Teil des Kreises Monschau an Belgien, das intensiv die Wallonisierung des zugesprochenen Gebietes betrieb und das „Deutschtum“ unterdrückte. Daher gab es in dem vom Deutschen Reich losgelösten Gebieten eine revisionistische Bewegung, die die Wiedereingliederung des Gebietes an Deutschland zum Ziel hatte (...).

Die „Vereinigten Landsmannschaften Eupen-Malmed-Monschau“ und ihr Presseorgan „Echo“ gerieten bald in nationalsozialistisches Fahrwasser. Die Schriftleitung lag in den Händen eines Dr. Werner Wirths in Berlin-Grunewald, Hohenzollerndamm Nr. 137. Es war sicher auch in seinem Sinne, den harmlosen Karneval in den Vordergrund der kulturellen Berichterstattung zu stellen.

In der mir vorliegenden Ausgabe Nr. 3 von „Echo – aus Eupen-Malmedy-Monschau“, im 7. Jahrgang herausgegeben von den „Vereinigten Landsmannschaften Eupen-Melmady-Monschau“,wurde kurz nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ über den Karneval im „von Belgien besetzten Land“ berichtet. Genauer gesagt geht es um die Wiedergabe des Artikels „Staatsstreich in Eupen-Malmedy, St. Vith“, der kurz vorher in der deutschsprachigen, belgischen Zeitung „Malmedyer Landbote“ erschienen war. Angeblich handelt es sich um eine „launige Fastnachtsbetrachtung“ der „Heimatpresse“(...).

 

 

Der vollständige Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

09.02.2017

Februar 1886: Schon im vorletzten Jahrhundert spielten Kinder mit Schusswaffen

Immer häufiger hört und liest man, dass Kinder bewusst oder fahrlässig mit Schusswaffen umgehen. Wenn man sich aber die Regionalpresse des letzten und vorletzten Jahrhunderts ansieht, sieht man, dass es so etwas auch schon früher gegeben hat. Was konnte man im Februar vor 131 Jahren in einigen inzwischen vergilbten Blättchen finden?

Im „Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgebung“ liest man in der Ausgabe vom 20. Februar 1886, dass ein 14jähriger Untertertianer des Aachener Gymnasiums seinen Klassenkameraden mit einem Revolver bedroht hat, um abschreiben zu dürfen.

 

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Am 3. Februar 1886 ist von einem 12jährigen Jungen aus Schwerfen bei Zülpich die Rede, der aus Versehen sein 2jähriges Brüderchen mit einer Flinte erschoss.

02.02.2017

Jüdische Identitäten im Sport

Unter dem Motto „Never Walk Alone“ befasst sich der neue Newsletter No. 4/2017 der Deutsche Eliteakademie AG (DEA) mit dem Thema „Jüdische Identitäten im Sport“.Hiermit wird auf die gleichnamige Ausstellung desJüdischen Museums in München hingewiesen (22. Februar 2017 bis 7. Januar 2018). Gleichzeitig möchte ich den Anlass nutzen, um an meinen Online-Artikel über Jüdische Sportler in Euskirchen und meinen Aufruf zu erinnern: Wer kann Auskunft über jüdische Sportler in Euskirchen geben – besonders in einer „Sportgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten“ (RjF) während der Zeit 1933-1936?

Die gestellte Frage ist zwar nur von regionalhistorischem Interesse, aber der Hinweis auf die erwähnte Ausstellung geht darüber hinaus und dient der fachspezifischen Information: Sie zeigt den besonderen Blickwinkel auf das Spielfeld und die Vielfalt der Optionen, „sportlich und jüdisch" zu sein:

„You?ll Never Walk Alone" - dass gerade dieses Lied, einst komponiert von Richard Rogers und Oscar Hammerstein für das Musical „Carouse", zu einer Hymne des Sports geworden ist, überrascht nur wenige. Die Frage nach Zugehörigkeit stellt sich in der Sportarena ebenso wie in der sie umgebenden Gesellschaft. Die Ausstellung „Never Walk Alone - Jüdische Identitäten im Sport" nähert sich dieser komplexen Idee der Zugehörigkeit an, indem sie Sportlerinnen und Sportler jüdischer Herkunft auf der Spielfläche fokussiert. Das Foto aus dem Jahre 1932 zeigt Läufer des Münchener Vereins „Bar Kochba“ (Yad Vashem FA 195/C92).

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Sportbegeisterung in der deutschen Gesellschaft unaufhaltsam zu. Diese Entwicklung bot auch Deutschen jüdischer Herkunft viele Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Integration und zum sozialen Aufstieg. Im Fechten, Turnen, Schwimmen und im Tennis taten sich Athletinnen und Athleten jüdischer Herkunft hervor. Sportliche Leistungen und Erfolge waren nicht nur ein wesentliches Mittel zur Entwicklung und Festigung moderner jüdisch-deutscher Identität, sondern entzogen antisemitischen Stereotypen von der körperlichen Unterlegenheit den Boden.

Dass bestimmte Zuschreibungen von existenzieller Bedeutung sein konnten, zeigt beispielhaft die Geschichte der Fechterin Helene Mayer. Sie durfte als Jüdin 1936 an den Olympischen Spielen in Berlin teilnehmen und gewann die Silbermedaille für Deutschland. Sie war jedoch weder nach Halacha (Religionsgesetz) noch ihrer Selbstwahrnehmung nach Jüdin. Zur Jüdin wurde sie einzig durch die antisemitische Konstruktion der Nürnberger Rassengesetze der Nationalsozialisten. Diese diffamierten Deutsche mit einem jüdischen Elternteil und ebneten den Weg zu deren Verfolgung. Dies dokumentiert die Münchener Ausstellung. Dieselbe Thematik stellen auch der Artikel dar: Zwischen Erfolg und Verfolgung: Jüdische Sportlerinnen und Sportler in Deutschlandoder der Beitrag zu Zeit-Online vom 1. August 2016: „Wenn die Olympiade vorbei, schlagen wir die Juden zu Brei!"

29.01.2017

„Holocaust-Gedenktag“ am 27. Januar

Auf Anregung des Staates Israel riefen die Vereinten Nationen im Jahre 2005 den 27. Januar offiziell zum „Holocaust-Gedenktag“ aus. Hiermit will man jedoch nicht nur weltweit an die Befreiung des NS-Lagers Auschwitz erinnern, sondern auch das Gedenken der Shoah für künftige Generationen aufrecht erhalten. Bereits im Jahre 1996 hatte der damalige Bundespräsident Dr. Roman Herzog dasselbe Datum zum „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“ erklärt und damit einen noch größeren Kreis der Opfer einbezogen. Fotos, die das Elend in Bergen-Belsen belegen, kann man einfach nicht vergessen!

 

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Ein besonderer Augenzeuge der Judenverfolgung und des berüchtigten „Hungerlagers“ Bergen-Belsen war der aus Flamersheim stammende Joseph Weiss, der als Protagonist meines umfangreichen Buches „Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen“ einen neuen Teilaspekt des Holocaust dokumentiert.

testViele Fotos über Phasen meiner langjährigen Arbeit zum Holocaust wurden inzwischen im Internet gesammelt. Auf meiner regionalhistorischen Homepage befinden sich weiterhin viele diesbezügliche Beiträge sowie eine Radiosendung und ein YouTube-Film. Vgl.: Zum neuen Buch: Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen (2012).

Der „Internationale Holocausttag“ erinnert konkret an den 27. Januar 1945, an dem die Rote Armee Auschwitz, das größte deutsche Vernichtungslager, befreite. Hier wurden mehr als eine Million Menschen vom rassistischen Nationalsozialismus unter unvorstellbar grausamen Bedingungen gefangen gehalten und gefoltert bzw. durch Zwangsarbeit, Erfrieren, Nahrungsverweigerung, Erschöpfung, medizinische Experimente, unbehandelte Krankheiten, Exekutionen und schließlich durch Vergasen getötet. Meistens jedoch wurden die Juden sofort nach ihrer Ankunft getötet.

Meine weiteren Beiträge zum Holocaust sind unter „Zeugen des Holocaust in Riga, Bergen-Belsen, Auschwitz, Buchenwald und Theresienstadt“.

24.01.2017

Waren vom Nationalsozialismus verfolgte Juden nicht auch Flüchtlinge und Heimatvertriebene?

Derzeit sollte uns die gegenwärtige Flüchtlingskrise wieder an das Schicksal von Menschen heranführen, die sich als Flüchtlinge, Verfolgte, Zuwanderer, Migranten oder Asylsuchende mit der „jüngsten deutschen Geschichte“ in Zusammenhang bringen lassen. Diese Probleme ähneln sich und sollten uns daher an unsere eigene Geschichte erinnern. Besonders diejenigen, die während des Dritten Reiches Wege suchten, um dem NS-Terror zu entrinnen und ihr Leben zu retten, haben oft dasselbe erlebt wie die zurzeit nach Europa strömenden Flüchtlinge. Bereits in diesem Zusammenhang wiederholt sich vieles und sollte im Grunde genommen zum Verständnis der gegenwärtigen Situation, die von vielen als „Flüchtlingskrise“ bezeichnet wird, beitragen.

Bereits Anfang der 1980er Jahre stellte ich in vielen Vorträgen die schlichte Frage, ob nicht Juden nach ihrer Verfolgung durch den nationalsozialistischen Rassismus und den Holocaust auch offiziell als „Flüchtlinge“ oder zumindest als „Heimatvertriebene“ anerkannt werden müssten. Auch die „Israel-Nachrichten“ v. August 1985 nahmen sich dieses Themas an:

 

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Auf meine damals vielfach gestellte Frage, die besonders in Israel und den Vereinigten Staaten aufgegriffen wurde, erhielt ich nie eine Antwort. Durch Zufall fand ich heute einen Online-Artikel von Herbert H.W. Metzger aus dem Jahre 2002, der sich mit diesem Sachverhalt befasst: Deutschland und die Gedenkkultur: Juden, Heimatvertriebene u.a. als NS-Opfer. Wer sich für diese Thematik interessiert, findet aktuelle Definitionen im Internet.

Laut Wikipedia bezeichnet man eine Person als „Flüchtling“, die ihre Heimat hat verlassen müssen und in absehbarer Zeit nicht dorthin zurückkehren kann. In der Regel flüchten diese Personen in ein Flüchtlingslager oder in ein Nachbarlandes, um dort Asyl, Schutz und Unterstützung zu suchen. Auch die Situation der „Heimatvertriebenen“ ist inzwischen geklärt.

19.01.2017

test„Kaisers Geburtstag“ war im deutschen Kaiserreich der feierlich begangene Geburtstag des Königs von Preußen, der den Namen „Deutscher Kaiser“ führte. Unter Wilhelm I. wurde er zuletzt am 22. März 1887 gefeiert, dann unter Wilhelm II. wieder zwischen 1889 und 1918 am 27. Januar.

Laut Wikipedia wurde dort, wo der Kaiser und König Dienstherr war, mit Militärparaden, Illuminationen, Festansprachen, Festtagsessen usw., aber auch privat und deutschlandweit mit unterschiedlicher Intensität gefeiert.

In der Schule wurden für diesen Anlass Lieder und Gedichte auswendig gelernt wie „Kaisers Geburtstag“ oder „Hurra! Heut ist ein froher Tag, des Kaisers Wiegenfest! „ oder „Der Kaiser ist ein lieber Mann“. Texte und Bilder sind im Internet abrufbar.

Auch die Kreisstadt Euskirchen, deren Einwohnerzahl am Ende des 19. Jahrhunderts knapp unter 10.000 lag, feierte natürlich am 27. Januar diesen Anlass. Dies möchte ich anhand eines exemplarisch herausgesuchten Artikels in der „Euskirchener Zeitung“ vom 29. Januar 1896 belegen.

 

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Der vollständige Artikel vom 29. Januar 1896 kann mit folgendem Link abgerufen werden:

15.01.2017

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In meinen NEWS vom 14. November 2016 berichtete ich über die offizielle Vorstellung des Jahrbuches 2017 für den Kreis Euskirchen. Alexander Lenders, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) und Leiter des Monschauer Weiss-Verlags, freute sich über die neue Publikation seines Hauses, in dem auch das bekannte Anzeigenblatt „Der Wochenspiegel“ herausgegeben wird. Er betonte, dass das 240 Seiten starke Werk wieder eine „wichtige, interessante und auch spannende Informationsquelle für die Menschen im Kreis Euskirchen sei. Auch Landrat Günter Rosenke mutmaßte, dass das neue Jahrbuch wieder ein Bestseller wird.

Etwa 30 Autoren verfassten Beiträge für die traditionellen Kapitel: Historisches, Natur, Umwelt, aktuelles Zeitgeschehen, Kunst und Kultur, Menschen, Erzählungen und Wissenswertes. Ich selber hatte mich mit der Kriminalität in der Nachkriegszeit befasst, die anhand der „Amtlichen Mitteilungen“ des Kreises Euskirchen (1945 – 1947) belegt werden konnten. Der Artikel (S. 66 – 77) ist nun auch ab heute auf meiner regionalhistorischen Homepage zu lesen. Hier findet man auch meine früheren Beiträge zu historischen Jahrbüchern.

 

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Quelle: Hans-Dieter Arntz: Aus den „amtlichen Mitteilungen“ des Kreises Euskirchen (1945 – 1947) - Kriminalität in der Nachkriegszeit, in: Jahrbuch des Kreises Euskirchen 2017,S. 66 – 77, Weiss-Verlag, Monschau November 2016, ISSN 1863-592X

Der vollständige Artikel kann mit folgendem Link abgerufen werden:

11.01.2017

Peter Mohrs Versuche, einen wichtigen Teil der Rheinbacher Geschichte aufzuarbeiten

Unter der Überschrift „Nun doch endlich Stolpersteine für Rheinbach“ berichtete ich in meinen NEWS vom 29. November 2016 über die 8 Jahre lange Auseinandersetzung in Rheinbach. Die bisher heftig geführte Diskussion, der 36 ermordeten jüdischen Bürger an deren authentischem Wohnplatz in dieser Form zu gedenken, wurde bereits auf meiner regionalhistorischen Homepage unter der Überschrift „Streit um „Stolpersteine“ in Rheinbach“ am 23. März 2013 und auch in meinen NEWS vom 28. August 2016 thematisiert. Jetzt endlich, nach langem politischen Streit, konnte Gunter Demnig die ersten 14 Messingtafeln zum Gedenken an ermordete jüdische Nachbarn in Rheinbach verlegen. Endlich!

 

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Dass es überhaupt soweit kam, ist auch Peter Mohrs Versuchen zu verdanken, diesen wichtigen Teil der Rheinbacher Geschichte aufzuarbeiten.

testAlles begann vor etwa 15 Jahren, als der damals eigentlich noch nicht an regionalpolitischen Ereignissen interessierte Rheinbacher Bürger (*1935 in Kiel) eigenständig mit der Gesamtaufstellung der „Lebensdaten aller in Rheinbach ab 1848 geborener bzw. wohnhafter Juden“ begann. So waren es dann über 330 Namen der seit 1848 in Rheinbach geborenen oder wohnhaft gewesenen Juden. Mit anderen engagierte er sich für eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die ermordeten Rheinbacher, trug zur Vervollständigung des Buches „Sie waren Nachbarn - Zur Geschichte der Juden in Rheinbach im 3. Reich“ von Horst Mies bei und befasste sich mit dem Schicksal ukrainischer Zwangsarbeiter, Kriegsgefangener und politischer Häftlinge.

Neben anderen Recherchen zum Thema „Verbrechen während der NS-Zeit“ – deren Anprangerung wie überall nach dem 2. Weltkrieg bewusst negiert wurde -, versuchte Peter Mohr an die im Holocaust umgekommenen Juden aus Rheinbach zu erinnern, so dass im Jahre 2013 der Rheinbacher Stadtrat einstimmig für seinen Bürgerantrag zur „Erinnerungskultur in Rheinbach“ votierte und das schon vielfach gezeigte Engagement, eine heimat- und geschichtsbezogenen Bürgerschaft zu unterstützen, zusagte.

Dem Engagement von Peter Mohr ist es daher auch zu verdanken, dass es endlich am 12.September 2016 - nach 8 (!) Jahren – zur mehrheitlichen Genehmigung durch den Stadtrat kam, „Stolpersteine“ in Rheinbach zu verlegen. Alle 36 wurden inzwischen an Paten „verkauft“. Die ersten14 fanden nun am 21. Dezember 2016 ihren Platz in Rheinbachs Erde zum „stolpernden“ Gedenken an die ermordeten jüdischen Bürger, die ihre Heimat in den Tod verlassen mussten.

07.01.2017

Wieder „Stolpersteine“ in der Kreisstadt Euskirchen

Der Kölner Künstler Gunter Demnig ist in der Kreisstadt Euskirchen kein Unbekannter. Bereits mehrmals verlegte er Stolpersteine in Euskirchen, Flamersheim, Kirchheim und Kuchenheim, um die im „Dritten Reich" ermordeten Menschen ganz individuell aus der Anonymität der zahlreichen Denkmäler und Gedenktafeln hervorzuheben. Jetzt setzte er zum ersten Mal 21 „Stolpersteine“ in die Bürgersteige des Stadtteils Großbüllesheim, um der einst hier beheimateten jüdischen Bevölkerung zu gedenken. Ihr Schicksal wird in dem 1983 erschienen Buch JUDAICA – Juden in der Voreifel ausführlich dargestellt.

Der Euskirchener Wochenspiel berichtete am 28. Dezember 2016 über die „Erinnerung an die Nazi-Opfer“. Jetzt fehlen nur noch ca. 100 weitere Steine, um allen jüdischen „Mitbürgern“ von Euskirchen zu gedenken.

 

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03.01.2017

Das jüdische Köln – Sichtbares und Verborgenes

Sichtbares und Verborgenes des Judentums in der Stadt Köln zeigt am 29. Januar 2017 Aaron Knappstein im Rahmen einer Exkursion. Er ist Mitglied der kleinen Jüdischen Liberalen Gemeinde in Köln, arbeitet auch für das Kölner NS-Dokumentationszentrum und macht Stadtführungen, in denen er die Vielfalt des Kölner Judentums in Vergangenheit und Gegenwart vermittelt.

Das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln ist ein typisches Beispiel für die Geschichte der Erinnerungskultur und der Gedenkpolitik der Bundesrepublik Deutschland. Als größte lokale Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust bietet die inzwischen berühmt gewordene Institution am Appellhofplatz 23-25 Dauer- und Sonderausstellungen an und gilt auch als Info- und Bildungsstätte gegen Rechtsradikalismus. Darüber hinaus entwickelt das „NS-Dok-Zentrum“ Angebote für eine diesbezügliche Museumspädagogik und hat wegen seiner spezialisierten Bibliothek, den vielen Publikationen, Projekten und Schwerpunkten der Holocaust-Forschung einen guten Ruf.

Sehr beliebt sind auch die Führungen, die im Rahmen einer systematischen Erinnerungsarbeit die Bevölkerung mit dem Judentum und der NS-Zeit konfrontieren.

 

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Am 29. Januar 2017 führt Aaron Knappstein zur ehemaligen Hauptsynagoge in der Glockengasse (Rheinisches Bildarchiv). Sein Schwerpunkt ist die Recherche von sogenannten „Stillen Helden" - nichtjüdische Kölnerinnen und Kölner, die Juden während der NS-Zeit unterstützt und gerettet haben. Anmeldungen bis zum 24. Januar 2017 unter folgendem Link: http://www.museenkoeln.de/portal/kurs_buchen.aspx?termin=20862&inst=14

Meine regionalhistorische Homepage empfiehlt auch diesmal wieder eine Veranstaltung des Kölner NS-Dokumentationszentrums.

01.01.2017

Zum Jahresbeginn 2017

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Liebe Freunde und Leser meiner regionalhistorischen Homepage,

zum Jahresbeginn möchte ich mich bei den immer zahlreicher werdenden Lesern meiner regionalhistorischen Homepage bedanken und ihnen ein glückliches Neues Jahr wünschen.

Man muss zwar nicht jedes Jubiläum feiern, aber viele haben sich vielleicht doch mit mir gefreut, dass hier seit genau 10 Jahren etwa 1.500 NEWS und ARTIKEL publiziert wurden. Ein Leser machte mich damals darauf aufmerksam, dass ein Teil meiner über 2.000 Fotos im Internet gesammelt wurde und dort abrufbar ist.

Wie Sie wissen, liegt meinem „Versöhnungskonzept durch persönliche Kontakte“ nicht nur das Regionalhistorische, sondern seit Jahrzehnten ganz besonders die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte im Bereich Bonn-Köln-Aachen am Herzen. Dass sich daraus eine sehr stark frequentierte „Anlaufstelle“ für christlich-jüdische und deutsch-jüdische Kontakte entwickelt hat, war anfangs nicht abzusehen. Insofern freue ich mich immer wieder über das Lob, meine regionalhistorische Homepage wäre für viele im Ausland lebende Rheinländer, aber ganz besonders für die aus der Eifel und Voreifel stammende jüdische und auch nicht-jüdische Familien eine „Verbindung zur alten Heimat.“

 

Inhalt meiner regionalhistorischen Homepage:

Bücher und Publikationen in historischen Jahrbüchern (1972-2016)

Neuerscheinungen: Neue Publikationen und Vorstellung dieser Bücher

Gesamtaufstellung der Publikationen in regionalen Jahrbüchern oder historischen Websites (ab 1972)

Gesamtaufstellung der Zeitungsartikel zu regionalhistorischen Themen (ab 1978)

 

NEWS: Nachrichten, kleinere Artikel und Berichte ( 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 20102009, 2008, 2007, 2006)

ARTIKEL: Detaillierte Abhandlungen zu den o. a. Gesamtthemen

Ich wünsche allen ein frohes Neues Jahr 2017 sowie a wonderful Holiday Season and a Happy and Peaceful New Year

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